Zu unterscheiden ist zwischen akuter (kurzfristiger) Erkrankung  und chronischer (anhaltender) Krankheit.

Akute Erkrankung:

Bei der akuten Erkrankung müssen nur die neu aufgetretenen Symptome beachtet werden.
Meist reicht eine einzige Gabe der dazu passendsten homöopathischen Arznei aus, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

z.B. Sonnenstich
Patient kommt mit starken Kopfschmerzen, Fieber, hochrotem Kopf, klopfenden Halsschlagadern und geweiteten Pupillen.
Dies entspricht dem Arzneimittelbild von Belladonna (Tollkirsche).
Er erhält wenige Globuli Belladonna C 30.
Schon nach Minuten tritt eine Linderung der Beschwerden ein.

Die homöopathische Behandlung der akuten Erkrankungen wird in unserer Praxis parallel zur schulmedizinischen Therapie während der offenen Sprechzeiten als Kassenleistung durchgeführt (es entstehen keine Extrakosten).

Chronische Krankheit:

Aufwendiger ist die Therapie von chronischen Krankheiten:
Im Erstanamnesegespräch (Dauer 1-2 h) werden sowohl sämtliche Krankheitsaspekte (was, wie, wo, seit wann, durch was verschlimmert, durch was gebessert, von welchen Symptomen begleitet) als auch Persönlichkeitsaspekte (z.B. Schlafgewohnheiten, Essgewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, Empfindlichkeiten,…) aufgezeichnet. Auch die persönliche und familiäre Krankheitsgeschichte und die krankheitsauslösenden Faktoren spielen eine große Rolle.
Nach sorgfältiger Analyse wird ein in der Gesamtheit passendes Mittel gewählt.
Es erfolgt die einmalige Gabe von wenigen Globuli.
Der Organismus reagiert auf diesen Impuls mit einer Erstreaktion.
Hierdurch werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und der Genesungsprozess setzt ein.
Nach einigen Wochen wird in der Folgeanamnese die Wirkung des Mittels überprüft.
Je nach Verlauf folgen in regelmäßigen Abständen (Wochen bis Monaten) neue Verordnungen.

z.B. Asthma bronchiale
Erstanamnese:
Jugendlicher Patient Asthma bronchiale: Luftnot schon bei leichter Anstrengung, schlimmer bei schwülwarmen Wetter, in der kalten Jahreszeit häufige Atemwegsinfekte mit Verschlimmerung der bronchialen Obstruktion.
Dauermedikation mit inhalativem Steroid und Beta-2-Sympathikomimetikum, phasenweise müssen orale Steroide und Antibiotika verordnet werden.
Patient schwitzt besonders nachts stark am Kopf, Hände und Füße sind auch ständig feucht, obgleich sie eher kalt sind. Der Schweiß hat einen leicht säuerlichen Geruch.
Obstipation, sehr guter Appetit, gerne Eier, sehr gut genährt, eigentlich zu gut, blasses Gesicht.
Mutter beschreibt ihn als sehr freundlich und friedlich, er habe starkes Mitgefühl, grausame Geschichten greifen ihn stark an, selten mal Wutausbrüche, dafür aber heftig.
Bleibt am liebsten zu Hause, kein Verlangen nach Bewegung...
Analyse und Mittelwahl:
Verordnung von Calcium carbonicum (Austernmuschelkalk) C 200
Folgeanamnese nach vier Wochen:
Die ersten Tage unausgeglichen, vermehrt Schweiß, kurzzeitig saurer durchfälliger Stuhl,
anschließend Besserung von Allgemeinbefinden und Atembeschwerden.
Weiterer Verlauf:
Im weiteren Verlauf zeigt sich eine anhaltende Besserung, das Mittel wird nur selten wiederholt.
Keine Infekte während des Winters. Die begleitende schulmedizinische Medikation kann reduziert werden.


Sowohl physische als auch psychische Erkrankungen sind behandelbar. Viele Beschwerden können auch mit Homöopathie nicht geheilt sondern allenfalls gelindert werden. Früher im Leben lassen sich Weichen noch leichter in Richtung Gesundheit stellen, aber auch im Alter, selbst im Sterbeprozess, kann die Homöopathie noch hilfreiche Impulse z.B. zur Linderung von Schmerz, Angst und Unruhe geben.
Die Therapie ist nur erfolgreich, wenn es gelingt, passende Mittel zu bestimmen und wenn der Organismus ausreichend Reaktionsbereitschaft auf die Mittel besitzt.
Für die konstitutionelle Therapie fallen Kosten an, welche inzwischen jedoch auch von den meisten gesetzlichen Kassen übernommen werden.